Arbeiten / Ausblick / Inspirationen

Mein zweites Kinderbuch "Woher kommst du, kleiner Rabe?"

(Verlag Apollon, Wien, 01.09.18 ISBN 9783952488843) nimmt die Kinder mit auf eine wunderbare Reise in die Welt der Tiere, der Natur und der unerschöpflichen Kraft der Liebe.

 

Moritz wohnt mit seiner Familie am Rande der Stadt in einem kleinen Haus mit einem riesigen, verspielten Garten. Sein Herz schlägt für Tiere; besonders für jene, die sich seinen Garten als Zuhause ausgesucht haben. Auf seinen Entdeckungsreisen stösst Moritz immer wieder auf grosse und kleine Wunder. Eines Tages macht der junge Forscher eine überraschende Begegnung, die sein Leben verändert…. Meine Bücher sind erschienen beim Verlag Apollon in Wien und sind in der Schweiz und in Deutschland online und in den Buchhandlungen bestellbar.

 

 

 

Mit meinem ersten Kinderbuch «Mama, welcher Stern gehört mir?» will ich Kinderherzen mit Magie, Zauber und Vertrauen erfüllen.

Der kleine Ben möchte so gern wissen, welcher Stern nur ihm allein gehört. Jeden Abend hofft er ihn am Himmel zu entdecken. Unermüdlich erklärt ihm seine Mama, dass die Sterne allen gehören. Doch Ben lässt nicht locker. Er ist überzeugt, dass einer ihm allein gehört und den gilt es zu finden…

 

Das Buch "Mama, welcher Stern gehört mir?" ist erschienen am 15.07.2017 beim

 

Verlag Apollon

Huttengasse 23/32

A-1160 Wien

verlag@verlag-apollon.at

 

Es ist im gesamten deutschsprachigen Raum online erhältlich und kann in jeder Buchhandlung, in welcher das Buch nicht vorrätig ist, bestellt werden.

ISBN 978-3-033-06257-3 für EUR/Fr. 15.90.

 

 

 

Seit kurzem kreiere ich mit Madeleine Pollini-Zahnd die Texte für ihre wunderschönen „Senslerkarten“ .

 


Zwei tolle neue Karten ergänzen das bereits stolze Sortiment der Senslerkarten von Madeleine Pollini-Zahnd und bezaubern mit ihren wunderschönen Bildern und den Texten von meiner Wenigkeit.

 

 


Ausblick

Neue Kinderbücher in Arbeit:

  • "Bleib bei mir kleine Fee!" - wird nun illustriert
  • "Sag, wo wachsen unsere Träume?" - in Arbeit

Gedichtband

 

Ich arbeite zurzeit an einem Gedichtband mit dem Namen: "Purpur und Samt".

Roman

 

Mein Roman "Klippenseele" (erschienen April 2019)

 

Im Hof der königlichen Sommerresidenz herrschte buntes Treiben. Die Kunstreiter übten ein letztes Mal mit ihren Pferden, die Akrobaten versuchten verkrampft ein fehlerloses Schauspiel an den Tag zu legen. Man hörte die Gaukler lachen und kreischen und konnte Figuren erahnen, die beim Schattentheater Leben fanden. Auch Philipp war mit seinem Raben Hector eifrig am Üben, um den König mit neuen Kunststücken und Zaubereien zu beeindrucken. Während bei den anderen Künstlern stets Unruhe und Hektik zu spüren waren, blieben Philipp und Hector vor jeder Vorstellung vollkommen ruhig. Aber an diesem Abend war es anders: Philipp fühlte sich unruhig und ein seltsames Gefühl nahm schleichend Besitz von ihm. Er konnte sich nicht erklären, was es war. Noch ahnte er nicht, dass ihn eine magische Begegnung bald auf den Pfad in eine andere Dimension entführen würde; eine, von der er nicht einmal annähernd ahnte, dass sie existierte….

 

Ein spannendes Experiment ist im Gange… Ich habe die Ehre, mit dem Grenchner Autor David H. Aebischer ein Buch zu schreiben. Es wird anfangs 2019 erscheinen und erzählt die geheimnisvolle Geschichte von Aidan, Epona und Aurel.

 

 

 

 

 

 

Lektorat, Übersetzungen, Korrekturen

 

Mit viel Freude und Motivation durfte ich für den Autor David H. Aebischer seine wunderbaren Zitate im Buch "Zeitlichter II" ins Französische übersetzen, seine erfolgreichen Romane "Falstaff wäscht schmutzige Wäsche", „Tenshi und der Leprechaun“, das Zitatebuch "Zeitlichter III" , „Die berühmtesten Gedichte“ und „Die Posts“ lektorieren.

 

Inspirationen Sterntupfer

Vertrauen

Worauf kann ich bauen,

wenn nicht auf dich, mein Vertrauen?

In die Wiege sanft gelegt,

liebevoll gehegt und gepflegt.

Du machst alles wieder gut,

bringst Hoffnung, Halt und Mut.

Vertrauen, mein Licht in der Dunkelheit,

mein Stern, mein Freund in der Einsamkeit.

Du bist das Geschenk meiner Seele,

den Pfad des Herzens ich mit dir wähle.

Meinen Weg geh ich dankbar mit dir,

wie schwer er auch sein mag, ich trag dich in mir!

Ohne dich gedeiht weder Liebe noch Leben,

was gibt es Schöneres, als dich auch anderen zu geben?

Mein Vertrauen, auf dich will ich bauen,

dem Leben liebevoll in die Augen schauen.

 

 

Worte wagen
Danke sagen,
Worte wagen,
Gefühle um sie hüllen,
die Seele damit erfüllen.
Verbundenheit spüren,
weder lenken noch führen,
Licht sein und strahlen,
der Welt unsere Träume malen.
Sein, was wir sind,
Liebe und frei, wie der Wind.

 


Purpur und Samt
Und in der samtschwarzen Nacht lauscht mein Herz der Dunkelheit.
Ich atme meine Sehnsucht in die funkelnden Sterne
und meine Träume tanzen auf dem purpurroten Mond.
Sanft hüllt er meine Seele in seinen hellen Schein.
Ich bin Ruhe und Kraft, Liebe und Glanz.


Wie gut…
Wie gut zu wissen, dass wir nicht wissen..
Wie schön, den Zweifel voller Leidenschaft zu küssen.
Der Weg; er duftet nach Leben und Mut.
Ihn gehen ganz in der Liebe, wie wundervoll und gut!
Türen, die sich öffnen im Dunkel der Nacht,
Himmel, die sich weiten in unendlicher Macht.
Steine, die sich vor unsere Füsse legen,
Berge, die sich vor unseren Augen erheben.
Kraft, die aus unseren Herzen spriesst
und Zauber, der in unsere Seele fliesst.
Wie schmecken die Wolken und wie lachen die Bäume?
Welche Farbe hat das Morgen und wie wachsen die Träume?
Zarte Geheimnisse; Leben und Liebe sie für uns sind!
Wir lassen uns beflügeln und folgen im Vertrauen dem Wind.
Wie gut zu wissen, dass wir nicht wissen..
Wie schön, den Zweifel voller Leidenschaft zu küssen.


Weder Raum noch Zeit
Ich seh‘ die Sterne am Himmel funkeln,
sie ziehen mich magisch an.
Ich spür, ich bin nicht allein da im Dunkeln,
auch, wenn mein Auge dich nicht sehen kann.
Es scheint mir, als fühlte ich deine Hand auf meinem Gesicht,
als hörte ich leise deine Stimme ganz nah bei mir.
Ich lausche behutsam, was sie denn spricht.
Es sind wundervolle Worte, sie kommen von dir.
Wahre Liebe kennt weder Raum noch Zeit.
Sie trennt nicht und verbindet für immer.
Darum öffne dein Herz und mach es weit.
Schau zum Himmel und bewundere den Schimmer.
Überall, wo du bist, wird auch ich bei dir sein.
Drum hüll dich ins Vertrauen, du bist nie mehr allein.

 


Duft von Ewigkeit
Wenn Zauber in den Buchstaben tanzt
und sich Sehnsucht in jede Silbe schmiegt,
dann duften Worte nach Ewigkeit.

 

 

Musik - die Reise

Sie schleudert dich durch Dimensionen,

reisst in Stücke Zeit und Raum.

Sie lässt dich fallen; dort, wo du einfach nur bist

und die Welt um dich vergisst!

 

 

Im Brunnen der Liebe

Im Brunnen der Liebe spiegelt sich nicht nur ein Gesicht,

unendlich viele strahlen wundervoll in ihrem Licht.

Zum Regenbogen sie sich bunt und kraftvoll vereinen,

um für die Welt zu wirken und zu scheinen.

Die Liebe hinterlässt ihre magische Spur,

im Lachen der Kinder, der Pracht der Natur.

Kein Herz und keine Seele sie nicht kennt,

kein Wesen, das nicht dank ihres Feuers brennt.

Der Liebe sind keine Grenzen gesetzt; fürwahr!

Sie bahnt sich ihren Weg durch Sturm und Gefahr.

Im Universum herrscht keine grössere Kraft,

nur die Liebe ist es, die endlos ist und alles schafft.

 

 

Verborgen

Aus der tiefen Seele wollen sie drängen,

sich sicher und bestimmt in jede Zeile zwängen.

Diese Gefühle, seit tausend Jahre sicher geborgen,

sie wollen sich zeigen und fordern ganz zart ein Morgen.

Teil der Geschichte werden sie nun sein,

erfüllen das Herz und schreiben die Seele rein.

Sanfte Erinnerungen an längst vergangene Zeiten,

die wie treue Freunde den Weg bereiten.

Diese Sehnsucht, sie schlummert tief in dir,

die Buchstaben tanzen sie vom Damals ins Hier.

Der Hauch der Liebe atmet sie erneut zum Leben,

bereit zum Strahlen und endlosen Geben.

Was lange verborgen war, kann nun scheinen;

was untrennbar ist, sich aufs Neue vereinen.

 

 

Lass uns…

Vollkommen auf die Liebe lass uns bauen,

stets der Weisheit unserer Herzen vertrauen;

voran schreiten ohne uns umzudrehen,

mutig sein und die Wunder sehen;

den sanften Flügelschlag der Hoffnung spüren,

den Zeichen folgen, die ins Licht uns führen.

Erfüllt lass uns sein mit dem Zauber der Kraft,

dem tiefen Vertrauen, das alles schafft.

Unseren Träumen wollen wir zarte Farben geben,

an ihr Geheimnis glauben und sie leben;

unser Strahlen in die Welt hinaus senden,

mit unserer Wahrheit alle Lügen blenden;

das helle Licht in uns wirken lassen,

unzählige Herzen damit erfassen.

Uns verbinden und in Liebe erheben,

auf der Wolke der Sehnsucht schweben;

in Licht und Liebe uns sanft vereinen,

um hell und herzvoll füreinander zu scheinen.

 

 

Wald…

Wald, wie liebe ich deine Kronen,

in denen tausend Geschichten wohnen.

Wie lieb ich deine tiefe Kraft,

die in mir Mut und Stärke schafft.

In deine Äste leg ich meine Gedanken,

Herz und Seele es dir danken.

Wald, wie lieb ich deine Bäume,

sie bieten Raum für meine Träume.

Ihre Wurzeln, sie halten mich ganz fest,

ihre Blätter sind wie ein herzwarmes Nest.

Wie lieb ich das strahlende Sonnenlicht,

das deine Unendlichkeit durchbricht.

Wald, wie lieb ich deine wundervolle Natur,

überall hinterlegst du deine magische Spur.

Du bist mir Lebenskraft und Energie,

dein Licht und deine Geheimnisse enden nie.

 

 

 

Regenbogen

Regenbogen, an deinem Ende wartet mein Beginn,

du gibst meinen Träumen Farbe und Sinn.

Deinen magischen Bogen spannst du unsagbar weit,

du machst uns Menschen zu wundervollen Reisen bereit.

Du bist Brücke aus Harmonie und auch Schönheit

und verbindest das Jetzt mit der Unendlichkeit.

Nur unsere Seelen können dich berühren,

nur unser Herz kann über dich führen.

Meine Feder will ich in deine magischen Farben tauchen,

in meine Worte Zauber und Liebe von dir hauchen.

Regenbogen, keine Wolke widersteht deiner Kraft,

jede deiner Farben stets Wunderbares schafft.

In dir wohnen Hoffnung und Magie zugleich,

auf deinem Bogen haben unsere Gefühle ihr Reich.

Du nährst in uns die Liebe und das Vertrauen,

du lässt uns staunend empor zu dir schauen.

Du lehrst uns die reiche Vielfalt des Lebens

und die tiefe Grossherzigkeit des Gebens.

Regenbogen, dein Ende, das gibt es nicht,

denn unendlich weit strahlt dein Farbenlicht.

 

 

Kind

In deinen Augen strahlt der Himmel hell und klar,

in deinem Lachen tanzt der Regenbogen wunderbar.

Dein zarter Mund haucht Wahrheit in die Welt,

deine reine Seele weiss, was wirklich zählt.

Dein Herz lauscht den bunten Klängen des Lebens,

ein Meister bist du in der Kunst des Gebens.

Deine Weisheit lässt uns alle erblassen,

mit deinem Zauber willst du uns sanft erfassen.

Du bist Liebe in ihrem schönsten Licht,

du bist das Wunder, das zu uns spricht.

Du lässt die Sterne vom Himmel regnen,

das Leben soll dich halten und dich segnen

Du trägst in dir die Hoffnung und den Mut;

Du machst einfach alles wieder gut!

 

 

Hoffnung

Hoffnung, du kannst dich wohl verstecken,

ich wird‘ dich dennoch stets entdecken.

Du schlummerst in meiner Seele, ganz leise,

du trägst mich auf wundersame Weise.

Hoffnung, ich will dich immer finden,

mit dir Dunkel und Schmerz überwinden.

Da bist du nun, du strahlendes Licht,

und zauberst ein Lachen auf mein Gesicht.

Ich lass mich sanft von dir treiben,

will stets auf deinen Spuren bleiben.

Hoffnung, mein Herz will dich teilen,

dich schenken und nicht allein mit dir verweilen.

Auf den zarten Flügeln der Liebe will ich dich senden,

um in der Welt Angst und Kummer zu blenden.

Hoffnung, du leuchtest so hell und rein,

um für uns alle unendliche Kraft zu sein.

Wir folgen dir wie unserem eigenen Stern,

in Liebe verbunden und niemals fern.

 

 

Licht

Warum dich suchen, wenn du doch in mir bist?

Warum dich halten, wenn dein Glanz gar nie erlischt?

Warum dir folgen, wenn stets eins wir sind?

Ich will dir vertrauen, unendlich und blind.

 

Du erfüllst mit Liebe meine Seele und mein Herz,

dein zarter Schein lindert wundersam jeden Schmerz.

Dankbar will ich dich tragen in mir immerzu,

Du gibst mir Mut, Vertrauen, Schutz und Ruh!

 

Doch nicht allein in mir sollst du strahlen,

Allen Menschen sollst du Hoffnung in die Herzen malen.

Ein wenig heller darf die Welt dann scheinen,

der Glanz der Liebe darf sich nun im Aussen vereinen.

 

Das Licht, das nun leuchtet, das sind allein wir,

gemeinsam, verbunden, im Jetzt und im Hier.

Drum werdet nicht müde und lasst es funkeln,

unser Licht vermehrt sich und lässt keine Seele im Dunkeln.

 

 

Magierin möchte ich so einmal so gerne sein und

die erloschenen Träume der Kinder neu entflammen,

all ihre Tränen in die Flüsse versenken,

Sterne verschenken an die, die an ihr Licht nicht mehr glauben,

Keime der Hoffnung pflanzen in einsame Seelen,

Stimmen vereinen zu unwiderstehlichem Klang,

Dankbarkeit in jeden Garten säen,

mit meinen Utopien die Welt anstecken,

um dann ganz sachte, Hand um Hand, Herz um Herz und Schritt für Schritt, die Welt auf den Säulen der Liebe und der Menschlichkeit neu zu erschaffen!

Dann erinnere ich mich daran, dass mein Zauberstab nur in meinen Träumen schwingt und dennoch ertönt in mir immer dieselbe Melodie:

Aufgeben werde ich nie!

 

 

Dankbar

Im Garten meiner Seele wachsen die Blumen der Dankbarkeit.

Achtsamkeit ist ihre Quelle, ihre unvergängliche Schönheit.

Die Liebe lässt sie wundervoll gedeihen,

Demut und Freude mischt sich in ihre Reihen.

Anerkennung lässt sie leuchten in voller Pracht.

Die Kraft ihrer Wurzeln durchdringt das Dunkel der Nacht.

Dankbarkeit bringt mein Herz zum Strahlen in hellstem Licht,

es ist die Blume, die jedes Eis durchbricht.

Dankbarkeit zu spüren, zu schenken und zu teilen,

lässt Herz und Seele im Wundergarten verweilen.

 

 

Traum

Aufs Papier lege ich sie sanft, diese Worte.

Mein Herz flüstert sie mir ganz sacht.

Es öffnet wundervoll weit seine Pforte,

ich webe meine Träume in der Hitze der Nacht.

Ich fühle, wie unsere Seelen sich vereinen,

um im Glanz der Sterne noch heller zu scheinen.

Die Liebe ist wie das Blut in unseren Venen.

Sie trägt uns hinweg über jedes Sehnen.

Wir weben ihn nun gemeinsam, diesenTraum,

erheben uns über jede Zeit und jeden Raum.

Wie ein Vogel schwebt sie, die Liebe, unendlich frei.

Wir ruhen in ihr und fühlen: dieser Traum gehört nur uns zwei.

 

 

 

Leben…

Meine Seele atmet in der Tiefe meiner Sehnsucht.

Mein Herz pulsiert im Feuer meiner Leidenschaft.

Meine Augen spiegeln die Farben meiner Hoffnung.

Meine Ohren lauschen dem Klang der Stille.

Meine Hände liebkosen das Gesicht der Zärtlichkeit.

Meine Füsse suchen den Pfad der Unendlichkeit.

 

 

 

 

Hände

Die Sprache meiner Seele lass ich meine Hände sprechen,

Trauer, Angst und Zorn vermögen sie sanft zu brechen.

Offen wie mein Herz will ich sie stets zeigen,

Schmerz und Hass bringen sie zum Schweigen.

Wie wunderbar können Hände halten, schützen und berühren,

Menschen mit Hoffnung ein Stück weiter führen.

Sie dürfen dankbar empfangen, in Liebe geben,

Sie sind wie die Brücke von Mensch zu Mensch, von Leben zu Leben.

Wie stark sind Hände, die sich ineinander schmiegen,

um gemeinsam über jedes Dunkel zu siegen.

Wenn Hände sich in Vertrauen und Hoffnung vereinen,

kann die Sonne für alle wieder scheinen.

Unsere Hände reichen, ohne Antwort, ohne Fragen,

zusammen brechen wir auf, den Pfad der Gerechtigkeit zu wagen.

Lasst uns viele Hände zusammenführen,

Herzen und Seelen unendlich tief berühren.

Wenn wir unsere Hände erheben, Menschen und Himmel entgegen,

dann werden wir gemeinsam Wundervolles in der Welt bewegen.

Gedankensterne

Wer erwartet, der wartet und wer wartet, der kommt nicht weiter.

 

Respekt braucht weder in grosse Worte noch Taten gehüllt zu werden.

Respekt wird ausgestrahlt und unmittelbar gespürt.

 

Wirklich reich ist, wer im Leben nichts als selbstverständlich ansieht

und auch nie mit Selbstverständlichkeit fordert, was ihn reich machen soll.

 

Geduld üben; eine Lektion, die darin besteht anzunehmen, was ist,

ohne zu fragen, warum und wie lange.

 

Erfolg ist, wenn Talent, Geduld, Glaube und Taten sich treffen!

 

Im Urteilen schneller sein als im Denken;

in umgekehrter Reihenfolge eine Tugend!

 

Unsere Seele lässt viele Melodien in uns erklingen;

an uns sie zu hören und der schönsten davon zu folgen.

 

Wahre Liebe gibt frei und nimmt ebenso frei an.

Texte

Sensibelchen rebelliert oder warum auch ein Wörterbuch dein Freund sein kann

 

„Jetzt sei doch nicht so sensibel! Man wird dir ja wohl noch etwas sagen dürfen.“ Papas Worte hallen immer noch in Veras Ohren und die passenden Bilder nehmen vor ihren Augen Gestalt an:

Ein Mädchen rennt tränenüberströmt in sein Zimmer und schlägt die Türe mit einem lauten Knall zu. Alleine will es sein, um seine wunde Seele zu versorgen. Der Deckel des Plattenspielers ist im Nu geöffnet und bald verströmt Neil Young mit seinem „Heart of Gold“ heilende Hoffnungsfunken. „Ja, so ein Herz aus Gold schlägt in meiner Brust. Warum kann das denn keiner sehen? Ständig werde ich mit denselben Wörtern beworfen und alle wollen sie mich strafen: „sensibel, delikat, übersensibel, Mimose, Sensibelchen“. Die ganze Wortfamilie haben sie schon über mich regnen lassen und jedes Mal, wenn ich zu meiner Verteidigung etwas sagen will, verschlägt es mir die Stimme. Ich habe einfach keine Lust mehr, all die Unwissenden gleichzeitig in Psychologie und Deutsch zu unterrichten. Die sollen mich doch einfach alle in Ruhe lassen!“ Vera wirft sich resigniert auf ihr Bett und nur die Kerze, die auf dem Nachtisch flackert, haucht der herzzerreissenden Szene etwas Wärme ein. „Sobald ich die nötige Geduld aufbringe, werden die von mir hören! Im Moment kommt mir ausser Neil, Joan, Bob und die Beatles niemand in dieses Zimmer.“

 

Auf einmal meldet sich jedoch Veras Magen mit unüberhörbarem Knurren. Das hat sie nun davon, dass sie den Tisch ohne Essen verlassen hat; und dies noch dazu ohne Erlaubnis. „Mit etwas Glück ist nur noch Mama in der Küche!“, beruhigt sich Vera selber und schleicht mit Samtschritten Richtung Küche. Was? Die sitzen alle noch gemütlich am Tisch? Oh, nein, nun darf ich mir bestimmt eine zünftige Moralpredigt anhören und das Ganze geht wieder von vorne los. Aber ich hab solchen Hunger, ich werde einfach den Mund ausschliesslich zum Essen öffnen!“ Selbstsicher betritt Vera die Küche. „Na, hat sich unser Sensibelchen erholt?“, ergreift Papa das Wort. Vera presst mutig die Lippen zusammen, fest entschlossen, keinen Ton von sich zu geben. Wie immer versucht Mama, die geladene Stimmung am Tisch zu überbrücken: „Weisst du, mein Schatz, später im Leben wirst du es schwer haben, wenn du immer so sensibel bist! Wir meinen es doch nur gut mit dir!“ „Du bist einfach eine Mimose!“, doppelt ihr grosser Bruder nach und der kleine nutzt die Pause, um sich frech noch eine zweite Portion Dessert zu nehmen. „Schauen wir einen traurigen Film, heulst du gleich los. Wenn es jemandem nicht gut geht, ebenso. Du kannst die Welt nicht retten, Schwesterherz! Sei etwas härter im Nehmen!“

 

„Dein Essen hat gut geschmeckt! Danke, Mama. Ich gehe jetzt schlafen, ich bin viel zu sensibel für weitere Diskussionen mit euch!“ Vera fühlt sich wie ein Dampfkochtopf kurz vor dem Explodieren. Gleichzeitig ist sie stolz auf sich! Aber an diesem Abend kann sie nicht einschlafen: Warum wollen mir alle weismachen, dass „sensibel sein“ eine Schwäche ist; etwas, das man verändern muss, ausmerzen, ersetzen? Wie kommen sie bloss darauf? Entweder wissen sie gar nicht, was „sensibel“ heisst oder sie haben keine Ahnung von Psychologie. Ich werde mir etwas einfallen lassen. Ich hab es endgültig satt. Das Ganze zieht schon Kreise. Neulich hat mich der Lehrer mit diesem Wort beworfen und einige nette Kollegen fangen auch schon damit an. Die gehen alle mit dem Wort um, als ob es ein Schimpfwort wäre. Einfach unglaublich! Ich werde sie eines Besseren belehren und schlauer werden sie danach auch gleich noch sein!“ Vera ist heute Abend zu müde, um ihrem Plan ein Gesicht zu malen!

 

Am nächsten Tag haben natürlich alle das Tischgespräch vergessen; Vera aber nicht. In der Schule setzt sie gekonnt eine interessierte Miene auf und hängt dann weiter ihren Gedanken nach. „Ich glaube, die haben alle keine Ahnung, was das Wort „sensibel“ überhaupt heisst und von Psychologie haben sie auch keinen Schimmer. Ich werde mich aber um ihr Deutsch kümmern. Das fällt mir viel leichter!“ Gott sei Dank ist der Nachmittag schulfrei und Vera vergräbt sich in ihrem Zimmer. „Es wird Zeit, dass dich wieder mal jemand in den Armen hält!“ Mit einem verschmitzten Lachen zieht Vera das verstaubte Wörterbuch aus dem Büchergestell. „Na, da hab ich dich ja!“ Es dauert keine Minute und Vera hat die Seite gefunden, die sie sucht. Was sie da lesen darf, gefällt ihr ausserordentlich. Ohne zu zögern, nimmt sie ein weisses Blatt Papier und ihren schönsten Stift. Sorgfältig überträgt sie jedes Wort darauf. „Danke, mein geliebtes Wörterbuch! Du verstehst mich wenigstens und bist auf meiner Seite!“ Glücklich presst Vera das dicke Buch an ihre Brust. Nun wird ihr Leiden ein Ende haben und alle werden verstehen, wer sie wirklich ist. Sie kann es gar nicht mehr erwarten, bis die ganze Familie an diesem Abend zusammen am Küchentisch sitzt.

 

Alle sind bester Laune, lachen und scherzen. „Genau der richtige Abend für meinen Plan!“, denkt sich Vera beim gemeinsamen Nachtessen. „Euer Sensibelchen möchte ein Spiel mit euch spielen! Wer macht mit?“ Natürlich sind alle neugierig und wollen gleich wissen, was sich Vera denn ausgedacht hat. „Wir spielen Wörter erklären! Ich verteile Wörter und ihr müsst genau erklären können, was sie bedeuten!“ „Findest du das Spiel etwa lustig?“, jammert der kleine Bruder. „Lustig soll es auch nicht sein, mein Lieber!“, antwortet Vera siegessicher. „Ich will einfach mal sehen, wer die Wörter auch versteht, die er dauernd in den Mund nimmt. Ich mache gerade so etwas wie eine private Studie!“ „Na, du denkst, du bist besser als wir?“ Der grosse Bruder nimmt die Herausforderung kampfeslustig an und auch Papa und Mama wollen gerne beweisen, dass sie immer wissen, wovon sie reden. Schon beim zweiten Begriff kommen einige Familienmitglieder ins Stolpern. Aber Spass haben trotzdem alle! „Das war wirklich ein sehr lehrreiches Spiel, Vera!“, lobt Papa seine Tochter. „Ja, Papa, wir brauchen wohl alle ab und zu Wörter, von denen wir weder Bedeutung noch Herkunft richtig kennen. Wisst ihr, wann ich das am schlimmsten finde?“ Veras Stimme klingt aufgebracht und ihre ohnehin schon grossen Augen weiten sich. „Warum regst du dich so auf, Vera?“, fragt Mama besorgt. Aber Vera hat keine Zeit, auf Mamas Fragen zu antworten. „Am schlimmsten ist es, wenn man Wörter braucht, die man gar nicht richtig kennt, sie Menschen wahllos an den Kopf wirft und diese damit tief in der Seele verletzt! So, wie ihr das immer tut!“ Vera muss die Tränen zurückhalten. Aber sie will tapfer sein; bald ist das ersehnte Ziel erreicht. Sie nimmt das kostbare Blatt mit den Erklärungen und liest mit lauter Stimme vor:

 

„Wortherkunft: Sensibel

Kommt aus dem Lateinischen "sensibilis" = "mit Empfindung begabt, einer Empfindung fähig oder auch fühlen können".

Ein sensibler Mensch ist einfühlsam, empfindsam, feinfühlig, feinsinnig, rücksichtsvoll, taktvoll, unaufdringlich, gefühlvoll, verhalten, zartbesaitet, zartfühlend, diskret, sensitiv, empfindlich, verletzlich, verwundbar!“

 

„Na, geht euch ein kleines Licht auf? Ihr wisst gar nicht, was „sensibel“ wirklich heisst und ständig benutzt ihr dieses Wort, um mich zu kränken, zu kritisieren und zu ärgern! Ich bitte euch, dieses Wort, das übrigens kein Schimpfwort ist, ab heute nur noch zu brauchen, wenn es wirklich angebracht ist. Am besten lernt ihr seine Bedeutung auswendig. Ich lasse euch das Blatt da!“ Papa, Mama und ihre lieben Brüder schauen Vera mit offenem Mund an, bleiben mit verdutzter Miene sitzen und bringen keinen Ton heraus.

 

Vera ist glücklich. Sie hat es geschafft, sensibel „rüberzubringen“, was „sensibel sein“ ist und was es eben nicht bedeutet. Entspannt legt sie sich aufs Bett und lässt sich mit Neils „Heart of Gold“ berieseln. Ihre sensible Seele lässt sich von den zarten Tönen in den Schlaf schaukeln.

 

Langsam lösen sich die Bilder vor Veras Augen auf und ruhen in einer friedlichen Wolke. „Was für ein Segen sind sensible Menschen doch für unsere Welt! Wie wäre es hier wohl ohne sie? Ich bin jedenfalls stolz, zu ihnen zählen zu dürfen. Ich bin sensibel, ja, und von Herzen darf ich geben und auch annehmen. Alles fliesst ruhig und wundervoll und ich darf es fühlen und teilen.“

Wundervoll weit…

 

Das Gras kitzelt ihre nackten Beine. Ja; so wie immer, ist es zu hoch und wie immer werfen die Nachbarn einen verstohlenen Blick in ihren Garten, wenn sie zum Briefkasten gehen. Und genau wie immer, ist es ihr völlig egal. Sie hat Besseres zu tun: Es ist August; die Tage sind endlos und sie webt sich ihre Träume in die Hitze der Nacht. Im Schneidersitz, den Oberkörper sanft nach vorne gebeugt, begibt sie sich auf die Reise. Ihr Blick sucht die Sterne und sie schliesst ihre Augen, um wieder das Mädchen zu sein, das diese magischen Nächte liebt und tausende von Fragen zum Himmel schickt. Wie herrlich befreiend es ist, sich schlafend zu stellen und Vaters Rufen zu überhören! Herauszögern, so lange es geht; welch genialer Schachzug! Dieser Himmel hat ihre geheimen Küsse behütet, den nächtlichen Gesprächen mit Freunden gelauscht und Sterne über sie regnen lassen. Stundenlang sind sie zusammen im Gras gesessen, haben die Welt neu erschaffen und die Nacht zum Tag gemacht!

Das Mädchen bewundert die Sterne, will ihnen folgen, möchte wissen, was nach dem Himmel kommt und wie sich das Tor öffnen lässt. Alles andere kann getrost warten und seine Welt wird kleiner und doch wundervoll weit. Es schickt seine Sehnsucht in die samtschwarze Nacht. Der Himmel ist sein Zelt, die Sterne sein Licht, der Mond seine Zuversicht. Wie oft haben die Sterne seine Tränen mit Glitzer bestäubt und seine Seele zum Leuchten gebracht!

All diese kostbaren Funken, diese Perlen des Augenblicks haben seine Tage bereichert, die Jahre gekrönt und es zu der gemacht, die sie heute ist: die reife Frau, die wie damals im Schneidersitz im Garten sitzt. Das hohe Gras kitzelt ihre nackten Beine und ja; es ist wieder einmal zu lang. Und es ist ihr immer noch egal.

Einzig die Falten auf ihrem zart gebräunten Gesicht verraten den Weg, der hinter ihr liegt. Ihre Seele ist dieselbe geblieben und einige Antworten sind auf den Sternschnuppen in ihr Herz geflogen. Während viele noch auf ein Echo warten, haben sich andere in Sternenstaub aufgelöst, um auf immer im Universum zu ruhen.

Wie sehr sie sie immer noch liebt, diese Traumnächte und die Weite, die sie in ihr Herz zaubern. Sie haben ihr ein überaus wertvolles Vermächtnis hinterlassen; eine Erkenntnis, die ihr Leben in unglaublicher Weise bereichert und ihr Herz für andere noch weiter macht: Der Himmel ist nicht die Grenze und das Tor lässt sich nur mit dem Schlüssel der Liebe öffnen. Wir tragen ihn in unseren Herzen. Die Liebe allein ist die Quelle, die niemals versiegt, zum reissenden Fluss wird und die Menschen einlädt, sich in ihrer unendlichen Kraft wieder zu vereinen. Wie wundervoll ist die Freiheit, ihr im Vertrauen folgen zu dürfen! Sie hat sich entschieden; sie hebt ihren Blick und ihre Augen küssen dankbar den Himmel. Wie gut zu spüren, dass sie nicht weiss und dennoch die Gewissheit tief in ihrer Seele trägt…

Merci Grosspapa!

 

Ich drückte das kleine Buch fest gegen meine Brust; so, als ob ich Angst hätte, jemand könnte es mir entreissen. Es war mein Buch; mein allererstes und es gehörte nur mir allein. Grosspapa hatte es mir ganz feierlich übergeben an einem wunderbaren Heiligabend im trauten Familienkreis. Ich bewunderte ihn, diesen begnadeten Schreiber und Dichter. Er hatte Geschmack; also konnte das Buch nur gut sein. „Der kleine Lord!“ Der Titel hörte sich sehr edel an. Die weibliche Eitelkeit meiner 10 Jahre liess mich einen kurzen Moment hoffen, ich hätte da „Die kleine Lady“ gelesen. Aber nein; stolz tanzten sich die nobel geschwungenen Buchstaben neben dem kleinen blonden Jungen und seinem Hund zum klaren Titel: „Der kleine Lord!“ Im Nu verschlungen war das Buch und die Tür in die Welt der Bücher stand weit offen. Meine Neugier und meine Liebe zum Träumen und zu anderen Welten trugen mich über die Schwelle. Fortan nahm das Büchergestell in meinem kleinen Mädchenzimmer einen Ehrenplatz ein und ich durfte unzählige Bücher mein Eigen nennen. Einige davon sehe ich noch heute klar auf meinem Nachttisch liegen. „Professors Zwillinge“ gab es in vielen Bänden und ein Abend reichte nie, um so weit zu lesen, wie ich wollte. Immer, wenn es gerade am spannendsten war, hiess es „Lichter löschen“. Gott sei Dank barg das grosse Kissen die Taschenlampe sicher und fest, mit der das Leseabenteuer oft bis in die tiefe Nacht fortdauerte.

 

„Der Trotzkopf“ hiess eines meiner liebsten Bücher. Es wurde mir von meinen Eltern geschenkt; dies nicht ganz ohne Hintergedanken. Sie hofften, dass es wie eine Art Spiegel auf mich wirken würde, was mich natürlich wenig beeindruckte. Wie kamen sie bloss darauf, dass der Titel irgendeinen Zusammenhang mit meiner Person haben könnte?

 

Die Jahre vergingen und die Bücher bekamen andere Gesichter; Liebe und Romantik hatten Einzug genommen. In meinen Büchern legte ich mir meine Welt zurecht und malte sie in meinen ganz eigenen Farben. Sie begleiteten wie beste Freundinnen die erste Liebe, milderten den darauffolgenden Herzschmerz und waren Balsam für die sensible Mädchenseele. Ein anderer Freund hatte sich genau zu derselben Zeit in mein Leben geschlichen: Das Tagebuch! Wie gut, dass es einen kleinen Schlüssel besass. Der Gedanke, meine zwei neugierigen Brüder hätten meine Welt gegen meinen Willen betreten können, brachte mich in höchste Verzweiflung.

 

Schreiben war für mich rasch zur zweiten Haut geworden; Sorgen, Ängste, tolle Erlebnisse, geheime Träume und alles, was mein Herz mir so flüsterte, fanden auf dem Papier Leben und auch Ruhe. Eine neue Freiheit hatte sich zu der der Gedanken gesellt. Meine beste Freundin Silvia und ich entwickelten uns zu einem tollen Schreibteam. Unzählige Nachmittage verbrachten wir in unseren Zimmern im Schneidersitz, ausgerüstet mit Papier und Stift. Es entstanden wunderbare Gedichte und vor allem zartsüsse Liebesromane, bei denen die Helden immer gut aussehend und unsterblich in uns verliebt waren. Nach einem dieser Schreibtage machte sich in mir der tiefe Wunsch breit, ein eigenes Buch zu schreiben. Ich ahnte damals noch nicht, dass es ganze 40 Jahre dauern würde, um ihn Wirklichkeit werden zu lassen. Schon damals haben Kinder und Bücher mein Leben sehr bereichert. Dies ist bis heute so geblieben.

Da ist es nun mein Buch; mein erstes! Es soll aber nicht mir allein gehören; nein, es soll allen Kindern und Menschen gehören, die an ihren eigenen, wundervollen Stern glauben und ihm folgen wollen.

 

Patricia, 1. März 2018

 

Sind Bücher gar Boten?

 

Auf einem Dachboden schläft so manches Geheimnis und unglaublich wertvolle Schätze warten darauf von ungeduldigen Händen wieder ausgegraben zu werden. Bei uns zu Hause ist das nicht anders. Meinen beiden Töchtern habe ich geraten, alle ihre Kostbarkeiten in ihrem neuen Daheim zu hüten. Wie schön, wenn sie ihre eigene Schatztruhe besitzen, um sie in einigen Jahren mit glänzenden Augen erneut zu durchstöbern! Ob sie ahnen, dass auch Erinnerungen meiner eigenen Kindheit auf unserem Dachboden schlummern?

 

Bei einem meiner Streifzüge im Estrich schien es mir, als würde mich eine der vielen Schachteln einladen. Neugierig hob ich den grauen Deckel und pustete ungeduldig den Staub von der obersten Schicht. Eine Welt von Büchern lachte mir entgegen; meine Welt! Wie wunderbar es sein musste, endlich wieder einmal Licht zu sehen!

 

Augenblicklich fiel mein Blick auf ein Buch, auf dem die Buchstaben sich zu einem vielsagenden Titel aneinanderreihten: „Geradeaus auf krummen Wegen; die Geschichte eines übermütigen Mädchens“. Vor meinem inneren Auge setzte sich eine spannende Zeitreise in Gang und ich liess die langen Jahre Revue passieren, die mich von dem jungen Mädchen trennten, das sich in sein Zimmer einschloss um in aller Ruhe in die Welt dieses Buches einzutauchen, das so wundervoll zu seiner passte. Ja, die Wege waren in der Tat zeitweise krumm gewesen! Aber ich hatte sie stets angetreten; geradeaus und mit dem klaren Ziel weiter zu kommen. Während ich in den verblassten Seiten blätterte um meine Lieblingspassagen aufzuspüren, machte sich eine geheimnisvolle Ahnung in mir breit. Hatte dieses Buch gewusst, dass es genau mir Botschaft sein konnte? Wählten die Bücher uns gar mit aus oder entschieden wir allein uns für diese? Diese Frage bewog mich, weiter in der Kiste zu wühlen und es dauerte nicht lange, bis ich wieder ein ganz besonderes Buch in den Händen hielt: „99 Fragezeichen und ein Punkt“ Ach, wie gut konnte ich mich an dieses Buch erinnern; hatte es doch meine Teenagerjahre mit all ihren Hochs und Tiefs begleitet wie ein stiller Freund. Seltsam, auch dieses Buch passte wunderbar zu meiner Lebensreise, meinem Sein! Hatte es mich auserkoren um mir Kraft zu geben trotz der vielen Fragezeichen immer nach vorne zu schauen und den Punkt nie übereilt zu setzen? Es gab keine klare Antwort auf diese Fragen. Ein wohliges Gefühl von Harmonie stieg in mir auf. Wie unwichtig es war doch zu wissen, ob die Bücher mich ausgesucht hatten oder ich sie! Die Bücher waren Boten, dessen war ich mir ganz sicher! Glücklich setzte ich meine Entdeckungsreise fort; noch unendlich viele Bücher begegneten mir wieder. Nein, es war eindeutig nicht der Moment einen Punkt zu machen. Wie lebendig ich mich doch fühlte mit all diesen Fragezeichen! Dankbar für meinen Weg mit den vielen Kurven und Fragezeichen und entschieden diesen weiterhin geradeaus zu gehen ohne einen Punkt zu setzen, liess ich den Dachboden mit all seinen kostbaren Schätzen hinter mir. Ein Wiedersehen würde es mit Gewissheit geben. Bis dahin wollte ich all die Bücher in meinem Leben mit besonderer Achtsamkeit empfangen und ihrer Botschaft mit offenem Herzen lauschen.